welchen beruf lernst du?
Ich absolviere seit August 2025 eine Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik bei der Schraubenwerk Zerbst GmbH. Das Familienunternehmen mit über 300 Beschäftigten produziert keine Baumarktschrauben, sondern hochspezialisierte, sicherheitsrelevante Verbindungselemente
für Windkraft, Gleisoberbau und Maschinenbau, die weltweit vertrieben werden.
was lernt man in diesem Beruf?
Alles dreht sich um elektrischen Strom: Installieren,
Warten und Reparieren von Anlagen, Maschinen und Systemen in der Industrie. Die Ausbildung vermittelt handwerkliche und digitale Fähigkeiten, um Anlagen funktionsfähig zu halten, Störungen zu beheben und Systeme zu programmieren.
In meinem konkreten Fall gehöre ich zur Mannschaft der Instandhaltungsabteilung, die dafür sorgt, dass im Schraubenwerk alle Anlagen einwandfrei laufen bzw. schnellstens wieder fit gemacht werden.
warum hast du dich für diesen beruf entschieden?
Ich bewundere Menschen mit „goldenen Händen“, die Dinge selbst reparieren können. Mein Vater ist Schlosser. Nach intensiver Recherche habe ich mich für Elektronik entschieden.
Welche Fähigkeiten sollte man bei diesem Berufswunsch mitbringen?
Neugier und Lernbereitschaft sind wichtig, denn Elektronik entwickelt sich rasant. Wo früher gelötet wurde, nutzt man heute Pressverbindungen oder WAGO-Klemmen. Trotzdem lernt man
auch Grundlagen der Metallbearbeitung. Gute Noten in Mathematik, Physik und Technik sind von Vorteil.
Wie hast du deine
Ausbildungsfirma gefunden?
Ich kam vor drei Jahren aus der Ukraine nach Dessau, lernte
Deutsch und plante meine Zukunft. Eine Beraterin der
Agentur für Arbeit empfahl mir die Stelle. Anfangs war ich
wegen der Zugfahrt nach Zerbst skeptisch. Nach einem
zweiwöchigen Praktikum und dem Kennenlernen des Teams
war klar: Hier bleibe ich.
Wie lange lernst du?
Dreieinhalb Jahre, bei sehr guten Leistungen auch drei.
Welche Tipps würdest du künftigen Azubis in deinem Ausbildungsberuf geben?
Überlegt in Ruhe, welcher Beruf zu euch passt, und macht
Praktika. In der Ausbildung sind Lernbereitschaft und Neugier
entscheidend.
Wie soll deine berufliche Karriere nach der Ausbildung weitergehen?
Zunächst möchte ich im Beruf arbeiten und mein Wissen vertiefen. Ich habe gehört, dass es bei entsprechenden
Leistungen innerhalb des Unternehmens vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten gibt, z. B. als Techniker oder doch
noch mit einem zusätzlichen Studium. Mal sehen, was die
Zukunft bringt.
Fakten zum Berufsbild
Elektroniker/in für Betriebstechnik
Lernorte: Betrieb und Berufsschule
Elektroniker/innen für Betriebstechnik installieren elektrische Bauteile
und Anlagen in den Bereichen elektrische Energieversorgung, industrielle Betriebsanlagen oder Gebäudesystem- und Automatisierungstechnik.
Sie entwerfen Anlagenänderungen und ‑erweiterungen, installieren Leitungsführungssysteme und Energieleitungen, richten Maschinen und Antriebssysteme ein und montieren Schaltgeräte.
Außerdem programmieren, konfigurieren und prüfen sie Systeme und
Sicherheitseinrichtungen. Sie überwachen die Anlagen auch, warten sie regelmäßig, führen regelmäßige Prüfungen durch und repariere sie im Falle einer Störung. Sie organisieren auch die Montage von Anlagen und überwachen die Arbeit von Dienstleistern und anderen Gewerken. Bei der Übergabe der Anlagen weisen Elektroniker/innen für Betriebstechnik die zukünftigen Anwender in die Bedienung ein.
Quelle: BERUFENET (www.arbeitsagentur.de) - Stand: 02.01.2026
Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
Wo arbeitet man?
Beschäftigungsgsbetriebe:
-
bei Herstellern von industriellen Prozesssteuerungseinrichtungen
-
in Betrieben der Elektroinstallation
-
in Betrieben der Energieversorgung
-
in Unternehmen, die Produktions- u. Betriebsanlagen einsetzen
arbeitsorte:
-
in Werk- bzw. Produktionshallen, in Werkstätte
-
darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch auf Baustellen im Freien
Worauf kommt es an?
anforderungen:
-
Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (z.B.
beim Verlegen von Kabeln an schwer zugänglichen
Stellen) -
Technisches Verständnis (z.B. beim Planen elektrischer Anlagen, beim Einbauen von Schaltgeräten)
-
Umsicht (z.B. beim Arbeiten an stromführenden
Bauteilen und Spannungsanschlüssen) -
Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. beim
Prüfen der Sicherheits- und Schutzfunktione elektrischer Anlagen)
schulfächer:
-
Mathematik (z.B. um elektrische Größen zu berechnen)
-
Physik (z.B. um den Aufbau und die Funktionsweisen
verschiedener Bauteile zu verstehen) -
Werken/Technik (z.B. um Baugruppen in einem Schaltschrank zu montieren oder Schaltpläne anzufertigen)
-
Informatik (z.B. um den Zugang zum Programmierenzu erleichtern)
tipp
WAS TUN BEI EINER ABSAGE?
Abgelehnt – ohne Grund? Unpersönliche Absagen mit besten Wünschen wirken oft wie Hohn, da keine Gründe genannt werden. So weißt du nicht, was du im nächsten Vorstellungsgespräch besser machen könntest.
Die Personalabteilungen haben jedoch aufgrund der vielen Bewerbungen oft keine Zeit für ausführliche Begründungen. Besonders nach einem scheinbar gut verlaufenen Gespräch ist kritische Selbstanalyse wichtig. Die formalen Kriterien
waren erfüllt, also liegt es am persönlichen Auftritt. Überdenke die Situation: Warst du zu aufgeregt oder übertrieben engagiert? Wie war dein Blickkontakt und deine Sitzhaltung? Wenn du ständig Absagen erhältst, prüfe, ob deine Qualifikationen den Anforderungen entsprechen. Professionelle Berater können helfen. Wer bis September keinen
Ausbildungsplatz findet, sollte den Mut nicht verlieren; es gibt auch nach dem offiziellen Start noch Chancen auf dem Ausbildungsmarkt.
interview
Elektroniker/in für Betriebstechnik
STROM IM GRIFF
Anastasiia St rukova | 25 Jahre
3,5 jahre
ø 950 € brutto
(im ersten Jahr)
