interview
Notarfachangestelle/r
KEIN TAG
OHNE SIEGEL
Darien Peters | 22 Jahre
Vanessa Gorenc | 20 Jahre
3 jahre
ø 1230 € brutto
(im ersten Jahr)
welchen beruf lernst du?
Wir absolvieren eine Ausbildung zu Notarfachangestellten.
Jetzt befinden wir uns im dritten Ausbildungsjahr in einem Notarbüro in Sachsen-Anhalt.
was lernt man in diesem Beruf?
Man lernt, notarielle Vorgänge von Anfang bis Ende zu begleiten. Dazu gehören das Vorbereiten von Verträgen, der Kontakt mit Mandanten, das Einholen und Prüfen von Unterlagen sowie die
Abwicklung von Urkunden, beispielsweise bei Immobilienkäufen, Eheverträgen oder erbrechtlichen Angelegenheiten. Darüber hinaus erwirbt man fundierte Kenntnisse über rechtliche Abläufe,
Fristen, Kosten- und Gebührenrecht sowie die Organisation eines Notarbüros.
warum hast du dich für diesen beruf entschieden?
Darien: Ich war schon immer sehr sprachgewandt und habe gezielt nach einem Büroberuf gesucht, bei dem Organisation und Kommunikation eine große Rolle spielen. Das Berufsbild der Notarfachangestellten hat mich sofort angesprochen, da es vielseitig ist und viel Verantwortung mit sich bringt. Ich war der Meinung, dass ich meine Stärken gut in einem Notarbüro einbringen und mich dort fachlich weiterentwickeln kann.
Vanessa: Ursprünglich hatte ich den Wunsch, Jura zu studieren, war mir jedoch nicht sicher, ob ich dem Studium direkt gewachsen bin. Um mir zunächst eine sichere berufliche Grundlage aufzubauen, habe ich mich bewusst für eine Ausbildung entschieden. Diese bietet mir die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und mir umfangreiche rechtliche Kenntnisse anzueignen. Ein späteres Studium wäre dadurch weiterhin möglich – jedoch mit deutlich mehr Sicherheit.
Welche Fähigkeiten sollte man bei diesem Berufswunsch mitbringen?
Wir sind uns einig, dass Sorgfalt und Zuverlässigkeit besonders
wichtig sind, da es sich um rechtlich sehr bedeutsame Vorgänge handelt. Organisationstalent, Verantwortungsbewusstsein
und ein freundlicher, professioneller Umgang mit Mandanten sind ebenfalls essenziell. Zudem sollte man Interesse an juristischen Themen, Teamfähigkeit und Verschwiegenheit
mitbringen. Hilfreich ist außerdem Stressresistenz, da häufig mehrere Vorgänge parallel bearbeitet werden müssen.
Wie hast du deine
Ausbildungsfirma gefunden?
Wir sind beide über eine Stellenanzeige in einem Ausbildungsportal im Internet auf unser gemeinsames Ausbildungsnotariat aufmerksam geworden.
Wie lange lernst du?
Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre
Welche Tipps würdest du künftigen Azubis in deinem Ausbildungsberuf geben?
Darien: Ich würde empfehlen, sich vor einer Bewerbung
ausführlich über den Beruf und die späteren Aufgaben zu
informieren. Im Alltag begegnet man teilweise Tätigkeiten,
mit denen man als Außenstehender nicht rechnet, weshalb
ein realistisches Bild vom Beruf sehr wichtig ist.
Vanessa: Man sollte sich bewusst sein, dass man in diesem
Beruf von Anfang an viel Verantwortung übernimmt.
Außerdem ist es wichtig, gut zuzuhören und sorgfältig zu
arbeiten, da viele Abläufe aufeinander aufbauen und Genauigkeit eine große Rolle spielt.
Fakten zum Berufsbild
Notarfachangestellte/r
Lernorte: Betrieb und Berufsschule
Notarfachangestellte führen vorbereitende und begleitende Arbeiten
bei der Beurkundung von Rechtsgeschäften auf dem Gebiet der vorsorgenden Rechtspflege aus. Dies erstreckt sich z.B. auf die Bereiche Haus- und Wohnungskauf, Ehevertrag, Vorsorgevollmacht und Testament. Sie halten Kontakt zu Gerichten und Behörden, holen Informationen ein, nehmen Beurkundungsaufträge entgegen und bereiten Besprechungen vor. Selbstständig bereiten sie Urkundenentwürfe vor, erstellen Schriftstücke wie Erbscheinanträge, Vollmachten, eidesstattliche Versicherungen oder Unterschriftsbeglaubigungen.
Im Rahmen ihrer Tätigkeiten erledigen sie wesentliche Teile der Korrespondenz mit Mandanten, Gerichten, Behörden und Banken. Darüber
hinaus berechnen sie Gebühren, stellen Rechnungen, überwachen
und verbuchen Zahlungseingänge.
Quelle: BERUFENET (http://arbeitsagentur.de) - Stand: 02.01.2026
Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife ein.
Wo arbeitet man?
Beschäftigungsgsbetriebe:
-
in Notariaten
-
in kombinierten Rechtsanwaltskanzleien mit Notariat
arbeitsorte:
-
in Büroräumen
-
darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch im Homeoffice bzw. mobil
Worauf kommt es an?
anforderungen:
-
Organisatorische Fähigkeiten und Flexibilität (z.B.
-
EinstellenVereinbaren von Terminen mit Mandanten, beimauf die Anliegen unterschiedlicher Mandanten)
-
Sorgfalt und Verschwiegenheit (z.B. beim Einhalten
von Fristen und Gerichtsterminen, beim Umgang mit
personenbezogenen Informationen) -
Mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen
(z.B. für die Information von Mandanten über
notwendige Unterlagen für Besprechungstermine,
beim Verfassen von Verträgen, Vollmachten) -
Kundenorientierung (z.B. Eingehen auf die Bedürfnisse der Mandanten, z.B. bei Terminvereinbarungen)
schulfächer:
-
Wirtschaft/Recht (z.B. beim Informieren von Mandanten über den Sachstand von Rechtsangelegenheiten)
-
Deutsch (z.B. beim Erstellen von Schriftstücken)
-
Mathematik (z.B. für die Berechnung von Gebühren)
-
Englisch (z.B. im grenzüberschreitendenRechtsverkehr)
tipp
PER E-MAIL UND ONLINE BEWERBEN
E-Mail-Bewerbung: Füge Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und Arbeitsproben bzw. Praktikumsnachweise als ein PDF-Dokument (max. 5 MB) bei. Benenne die Datei eindeutig mit „Bewerbung“ und deinem Namen. Verwende eine seriöse E-Mail-Adresse und nenne in der E-Mail den Ausbildungsplatz, auf den du dich bewirbst, wie du auf die Firma aufmerksam wurdest und welche Anlagen beigefügt sind.
Online-Bewerbung: Größere Unternehmen bieten oft Plattformen für Bewerbungen an. Du kannst persönliche Daten eingeben und deine Bewerbung per „Drag & Drop“ hochladen. Achte darauf, alle Angaben sorgfältig zu lesen, Sätze korrekt zu formulieren und Rechtschreibung sowie Grammatik zu überprüfen. Speichere Dateien sicher und lade die richtigen Dokumente hoch.
